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Aerztliche Ratschlaege fuer die Teilnehmer

Dr. Laurence POLETTI

Hier die Antworten zu medizinischen Fragen bezueglich der Teilnahme am Ultra-Trail du Mont-Blanc®. Wir hoffen, dass sie Ihnen bei der Vorbereitung dieses Wettkampfes helfen werden. Fuer weitere Auskuenfte stehen wir Ihnen gern zur Verfuegung.

Diese Informationen ersetzen aber nicht die Ratschlaege Ihres Hausarztes.

KONTERINDIKATIONEN UND VORSICHTSMASSNAHMEN

Gibt es eine Altersgrenze ?

- Nein

Welche Herzrisiken bestehen ?

- Das haeufigste Risiko ist der Infarkt, der auf eine Laesion der Herzkranzgefaesse zurueckzufuehren ist. Dieser Unfall ist unvorhersehbar, kann bei einer Belastungsprobe nicht vorausgesehen werden, ist aber sehr selten.Das Risiko erhoeht sich aber bei schwierigen klimatischen Bedingungen, bei grosser Anstrengung, bei Fluessigkeitsverlust.

- Herzinfarktrisiken sind aber bei gut trainierten Sportlern gering.

- Wenn Sie jedoch schon mit Herzproblemen zu tun hatten oder Risikofaktoren aufweisen ( Rauchen, hohen Blutdruck, Cholesterin, Diabetis, erbliche Belastung, grossen Stress) mussten Sie unbedingt einen Arzt befragen und sich einem Belastungstest unterziehen. Es ist auch moeglich, dass Ihnen die Teilnahme am Ultra-Trail abgeraten wird.

Muss man sich vor dem Rennen einem Belastungstest unterziehen ?

- Nicht,wenn keine Herzbelastungsprobleme bestehen.

Was ist das Syndrom der Herzmuedigkeit ?

- Dabei handelt es sich um eine Ermuedung des Herzmuskels, " myocarde", die bei den besten Ultra-Trail Laeufern bei der Echographie bemerkt wurde.Dieses Syndrom ist harmlos und verschwindet von selbst und vollkommen innerhalb von ungefaehr 8 Stunden.

Kann man am Wettkampf teilnehmen, wenn man :

  • Diabetiker ist ?

- Ja, wenn es sich um eine leichte Diabetik im Anfangsstadium handelt. Es muss aber dem Risiko einer Hypoglykaemie im Zusammenhang mit der langen sportlichen Anstrengung Rechnung getragen werden ( aerztliche Beratung fuer die Behandlung, sehr regelmaessige Zufuhr von langsamen Zuckern, Mitnahme von notwendigem Proviant)

- Im Fall von schwerer Diabetis und Insulin Abhaengigkeit ist von der Teilnahme abzuraten.

- Sind Sie Diabetiker, so sollten Sie Ultra-Trail Erfahrung haben.

  • Unter hohem Blutdruck leidet ?

- Ja, aber nur, wenn Ihr zu hoher Blutdruck kontrolliert und behandelt wird.

  • Zu viel Cholesterin hat ?

- Ja, wenn dieser Cholesterinueberschuss kein Risiko fuer Herz- und Gafaessprobleme mit sich bringt (zusammen mit anderen Risikofaktoren)

- Sie muessen aber wissen, dass cholesterinsenkende Behandlungen eine negative Auswirkung auf den Muskel, besonders den beanspruchten Muskel haben kann. Aus diesem Grund koennen sie ein Problem verschlimmern, das waehrend oder nach dem Wettkampf auftreten kann, die Rhabdomylyse ( siehe unten).

  • Asthmatiker ist ?

- Ja, wenn Ihr Asthma leicht und gut behandelt ist. Achten Sie aber besonders auf die klimatischen Bedingungen und den Fluessigkeitsverlust, durch die Krankheit verschlechtert werden kann.

- Bei schwerem Asthma ist von einer Teilnahme abzuraten.

Im allgemeinen begeben sich Personen, die nach laengerer sportlicher Untaetigkeit den Sport wieder aufnehmen, in eine Risikozone. Aerztlicher Ratschlag ist in diesem Fall besonders empfohlen.

MEDIZINISCHE PROBLEME, DIE MIT DEM ULTRA-TRAIL ZUSAMMENHAENGEN

Fluessigkeits- und Salzverlust

- Dieses Problem taucht auf, wenn der Wettkampf bei warmen und feuchten Bedingungen stattfindet. Bei Fluessigkeitsverlust kann es im schlimmsten Fall zu einem starken Sinken des Blutdrucks kommen.

- Um das zu verhindern, soll man regelmaessig trinken, wobei es wichtig ist, auch Salze zu sich zu nehmen. Denn das Salz ist zur Regelung des Wasserhaushalts im Koerper unerlaesslich.

Der Salzgehalt Ihrer Getraenke soll dem des Blutes entsprechen, damit es zu einer bestmoeglichen Aufnahme kommt. Praktisch gesehen ist es am besten, wenn Sie in Ihr Getraenk ein wenig Salz geben ( der Salzgeschmack soll aber kaum merkbar sein). Vermeiden Sie aber Salztabletten,die meistens zu viel Salz enthalten und dadurch die Verdauung blockieren.

Verdauungsprobleme

- Das sind bei Laefern sehr haeufig auftretende Probleme. Waehrend des Wettkampfes ist die Verdauung verlangsamt. Sie wird mit der Dauer der Anstrengung immer langsamer. Das aussert sich mit Durchfall oder Blaehungen.

- Bei Verdauungsschwierikeiten ist es am besten, weniger Nahrung aufzunehmen und seltener, dafuer kalorienreichere ( Energieriegel). Man soll das Verdauungssystem auf keinen Fall ueberlasten, sonst kann es zur Hypoglykaemie ( Sinken des Blutzuckergehaltes) kommen.

Die Hypoglykaemie

- Dabei handelt es sich um ein Absinken des Blutzuckerspiegel, der auf die lang andauernde Anstrengung zurueckzufuehren ist . Denn auch wenn Sie sich richtig ernaehrt haben, nimmt der Zucker im Blut allmaehlich ab und es kann zu " Benzinmangel" kommen. Dieses Problem kann durch Verdauungsschwierigkeiten verschlimmert werden.

- Hypoglykaemie verursacht grosse Muedigkeit, Schweissausbruch, Erbrechen, Bewusstseinsstoerungen.

- Um sie zu verhindern, sollten Sie regelmaessig Zucker zu sich nehmen. Haben Sie Verdauungsschwierigkeiten, nehmen Sie hochwertige Nahrungsmittel zu sich ( siehe oben) oder vermindern kurzzeitig Ihre Geschwindigkeit, um den Energieverbrauch zu vermindern und die Verdauungsmoeglichkeit zu verbessern.

- Bei Hypoglykaemie ist vollkommene Ruhestellung notwendig. Nehmen Sie zuerst rasch aufnehmbare Zucker zu sich ( die Sie unter der Zunge zergehen lassen) und dann langsame Zucker zur Speicherung fuer die Fortsetzung des Wettkampfes.

Der Hitzschlag

- Das ist ein recht seltener Zwischenfall, der aber schwere Folgen haben kann. Die harmlosere Form davon ist die Hitzeerschoepfung, die rascher ueberwunden wird.

- Ursachen dafuer sind: hohe Temperaturen, starke Sonnenbestrahlung, grosse Luftfeuchtigkeit, Windstille, "luftdichte" Kleidung, Fluessigkeitsmangel, Mangel an Training.

- Schutzmassnahmen: Fluessigkeitszunahme, Schutz vor zu starker Sonnenbestrahlung, Vorbereitung durch gutes Training, Vermeiden von Dopingmittel und Alkohol. Nehmen Sie nicht am Wettkampf teil, wenn Sie Fieber haben und vermeiden Sie es, ueber Ihre Kraefte hinauszugehen. Das kann boese Folgen fuer Ihren Organismus haben.

Muskulaere Probleme

- Muskelkraempfe haengen meistens mit Salzmangel zusammen, der auf den Wassermangel zurueckzufuehren ist. Man muss folglich Wasser und Salz zu sich nehmen.

Es gibt aber auch andere muskulaere Probleme, die mit der lang andauernden Laufstellung zu tun haben. Diese Kraempfe kann der Physiotherapeur mildern.

Die "rhabdomyolyse" oder die akute Niereninsuffizienz

- Bei langen Ausdauerwettkaempfen kommt es oft zu harmloser Muskelschaedigung und darauffolgend zu Muskelschmerzen und staerker gefaerbtem Urin. Beide Erscheinungen verschwinden aber wieder schnell und vollstaendig.

- Ist diese Muskelschaedigung aber staerker, was sehr selten ist, so spricht man von einer " rhabdomyolyse ", einer sehr starken Muskelschaedigung, die die Bewegungsfaehigkeit einschraenkt und auf eine zu lange sportliche Betaetigung zurueckgeht. Bei "rhabdomyolyse" handelt es sich um Muskeleiweis im Blut, das eine schaedigende Wirkung auf die Niere hat. Das bringt weitere Komplikationen mit sich, die bis zu 24 Stunden nach dem Wettkampf noch auftreten koennen. Bei rechtzeitiger Behandlung heilen sie aber vollstaendig.

- Die extreme Belastung der Oberschenkelmuskulatur ( besonders beim Abstieg) und die lange Dauer sind die ausloesenden Faktoren fuer diese Erscheinung ebenso wie warme feuchte Witterung, bestimmte Medikamente oder Viruserkrankungen. ( siehe unten)

- Welche Vorzeichen gibt es? Spannungsgefuehle, Schmerz, Bluterguesse, dunkelroter Urin, manchmal auch nur leichte Schmerzen und Ermuedungserscheinungen. Die Niereninsuffizienz verursacht eine Verringerung bzw. ein aufhoeren der Urinausscheidung, ein Betaeubungsgefuehl. Trotz der nicht zu deutlichen Symtome soll aerztlicher Rat eingeholt werden, vor allem wenn Sie sich immer schwaecher fuehlen.

- Wie kann dieses Problem verhindert werden? Durch genuegend Flussigkeitsaufnahme (besonders alkalisches Wasser - Vichy - um eine Uebersaeuerung des Urins zu vermeiden und die Nierentaetigkeit zu erleichtern. Salz nicht vergessen!) Nehmen Sie weder Aspirin noch entzuendungshemmende Medikamente, bitten Sie vielmehr um leichte Massagen ( zu starke machen das Problem schlimmer).

Unfallrisiken

- Direkte Verletzungsgefahren ( Verrenkungen, Brueche): sie sind von dem Zustand der Wege und den klimatischen Bedingungen abhaengig. Seien Sie vorsichtig !

Andere Probleme stellen die " Muedigkeitsbrueche" am Fuss oder am Becken dar sowie die Entzuendungen der Achillessehnen oder des Knies. Da der Ultra-Trail aber ein eher langsamer Wettkampf ist und es zu einer geringeren Schock- und Stosswirkung kommt als bei anderen Wettbewerben, spielen diese Beschwerden eine geringe Rolle.

Achten Sie aber auf gut passendes Schuhwerk und nehmen Sie am Wettkampf nicht teil,wenn Sie ein Problem haben, das im Laufe des Wettkampfes schlimmer werden koennte.

Welche Medikamente sollen beim Wettkampf nicht genommen werden ?

Nehmen Sie weder Aspirin noch entzuendungshemmende Medikamente. Sie koennen die Nierenfunktion beeinflussen. Dieses Organ ist durch das freiwerden von Muskeleiweis ohnehin schon stark beabsprucht.

Aspirin und " hypocholesteolemiante" Medikamente koennen eine direkte nachteilige Wirkung auf den Muskel bewirken. Sie sind daher zu meiden.

Nehmen Sie bei Schmerzen eher "paracetamol"( ausser bei medizinischen Problemen wie Hitzschlag oder "rhabdomyolyse").

Versuchen Sie nicht, auftretende Schmerzen auf alle Faelle zu unterdruecken. Sie sind Warnzeichen des Organismus und wollen beachtet werden.

Welche Risiken gibt es bei Einnahme von Dopingmittel ?

- Dopingmittel koennen viele Probleme verschlimmern bzw. ausloesen wie etwa Hitzschlag, Sehnen-oder Muskelriss, Muedigkeitsbrueche, Herzprobleme usw.

- Doping ist ein medizinisches Risiko ein sehr grosses und wird deshalb abgeraten. Es widerspricht auch dem Sinn des Trails.

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Diese Ratschlaege wurden mit Hilfe von Dr.Armand Tomaszzewski und Dr. Eric Page zusammengestellt.

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